Wir haben unseren Nachbarn getötet.

Er stand uns einfach ständig im Wege.
Er war auch schon über siebzig Jahre alt.
Zugegeben, er war recht vital,
und er hätte durchaus noch einige Jahrzehnte gemacht.

Aber wir haben ihn nun kurzerhand getötet.

Er hatte ein paar Eigenschaften, die uns missfielen.
Beispielsweise war er etwas unordentlich,
er warf ständig mit Irgendwas um sich herum.
Das ist nun gottlob vorbei.
Wir hätten es ihm ja doch nicht abgewöhnen können.

Darum haben wir ihn einfach getötet.

Er hat zwar mehreren Menschen das Leben ermöglicht.
Aber die müssen nun eben sehen,
dass sie anderweitig über die Runden kommen.
Sollen sie sich einen anderen Wohltäter suchen.

Wir haben diesen lästigen Nachbarn nun getötet.

Es war nicht ganz einfach, aber wir haben uns Hilfe geholt.
Für Geld kann man schließlich alles bekommen.
Wir brauchten es nicht einmal heimlich tun.
Es gibt auch Menschen, denen macht Töten richtig Spaß.

Mit deren Hilfe haben wir ihn nun beseitigt.

Was die Obrigkeit dazu sagte?
Sie fand nichts dabei, fand es ganz in Ordnung,
obwohl es eigentlich verboten gewesen wäre.
Wir hatten schließlich ein gutes Argument:
Dieser Nachbar war krank.
Darum musste er weg.

Also taten wir ein gutes Werk, indem wir ihn töteten..

Sie finden dieses alles merkwürdig?
Damit sind Sie nicht allein.
Aber: Es war ja nur ein Baum ...

Ach so ...

© A.Osterloh, 2004